Katja Manhart
Klausurorientierte Darstellung des Verfahrensrechts
Eine Rezension zu:
Rolf Schmidt
Verwaltungsprozessrecht
7. Auflage
Verlag Rolf Schmidt, Grasberg bei Bremen 2003, 420 Seiten, 19,50 €
ISBN 3-934053-38-6
http://www.verlag-rolf-schmidt.de
Der Band zum sehr klausurrelevanten Gebiet des Verwaltungsprozessrechts ist sehr ausführlich und dennoch verständlich geschrieben. Rolf Schmidt gelingt es mit dieser
Darstellung des Verwaltungsprozessrechts eine Brücke zwischen den häufig zu knapp gehaltenen Skripten und den gegenteilig häufig sehr schwer verständlichen Lehrbüchern zu
schlagen. In die 7. Auflage dieses Buches wurden folgende Gesetzesänderungen eingearbeitet: Das Dritte Gesetz zur Änderung verwaltungsrechtlicher Vorschriften, das Gesetz
zur Bereinigung des Rechtsmittels im Verwaltungsprozess, das Zustellungsreformgesetz und die Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes.
Im ersten Kapitel wird ein Überblick über die verwaltungsrechtlichen Rechtsbehelfe gegeben. Meines Erachtens ist dies ein guter Einstieg, da dem Studenten zuerst ein
Überblick über das zu erlernende Gebiet verschafft wird, bevor er sich mit den Einzelheiten der Verfahrensarten beschäftigt. Auch beim späteren Weiterlernen empfinde ich
diesen Überblick als eine Orientierung über die Materie sehr gelungen. Im zweiten Kapitel werden zunächst die Eröffnung des Verwaltungsrechtsweges und dann die
unterschiedlichen Sachentscheidungsvoraussetzungen dargestellt. Ein deutlicher Schwerpunkt ist auf die examensrelevanten Themen gelegt worden. Im dritten Kapitel werden kurz
prozessuale Erleichterungen angerissen. Im vierten Kapitel wird wiederum ausführlich auf die unterschiedlichen Begründetheitsvoraussetzungen der verschiedenen Klagearten im
Verwaltungsrecht eingegangen. Durch viele Beispiele aus dem Besonderen Verwaltungsrecht wird die Darstellung der Begründetheitsvoraussetzungen verständlich. Im fünften
Kapitel werden kurz zwei Sonderfälle bei Verwaltungsakt-Klagen angesprochen. Ausführlich setzt sich Rolf Schmidt im sechsten Kapitel mit dem Vorläufigen Rechtsschutz
auseinander. Die Erörterungen zu diesem schwierigen Gebiet des Verwaltungsprozessrechts sind meines Erachtens sehr gut gelungen. Im siebten und achten Kapitel werden die
Besonderheiten des vorbeugenden Rechtsschutzes und des Widerspruchverfahrens knapp erörtert.
Trotz teilweise sehr langer Textblöcke, die durch weitere Untergliederungen und Absätze vereinfacht werden könnten, ist der Stoff noch leicht zu überblicken und zu erlernen.
Ein großer Vorteil liegt bei diesem Buch aber in seinem guten didaktischen Konzept. Rolf Schmidt arbeitet mit lernerleichternden Schemata und Falllösungen im Gutachtenstil.
Das Themengebiet ist sehr klausurorientiert aufgearbeitet. Auch die Aktualität dieses Buches muss noch hervorgehoben werden, so finden sich beispielsweise bei den
Ausführungen zahlreiche Fußnoten zu der Rechtsprechung aus dem Jahr 2002 und einige aus dem Jahr 2003 (vgl. das Kapitel zu den Sachentscheidungsvoraussetzungen der
Organklage). Die zahlreichen Fundstellen sind auch zur genauen Nacharbeitung einzelner Themen gut geeignet.
Gesamteindruck:
Insgesamt handelt es sich bei diesem Buch zum Verwaltungsprozessrecht um ein sehr gelungenes Studienbuch für Anfänger und Fortgeschrittene.
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