RA Pascal Croset
Der Autor ist Rechtsanwalt in Berlin
18.07.2007
Gelungener Hybrid
Eine Rezension zu:
Jan Kropholler
Studienkommentar BGB
10. Auflage
C.H. Beck, München 2007, 1.125 Seiten, 29,50 €
ISBN 978-3-406-55817-7
http://www.beck.de
Rezension zur 8. Auflage
Lehrbücher und Kommentare wurden nach hergebrachter Auffassung als zwei grundverschiedene Gattungen der juristischen Literatur angesehen. Während erstere der Vermittlung
abstrakten Wissens insbesondere im Rahmen der Ausbildung gewidmet waren, dienten letztere vornehmlich der Lösung konkreter Fragestellungen der (insbesondere gerichtlichen)
Praxis. Entsprechend wurde Prof. Dr. Jan Kropholler etwas ungläubig belächelt, als er im Jahr 1992 die erste Auflage seines sog. Studienkommentars BGB, damals noch unter
Mitwirkung von Dr. Marius Berenbrock, vorlegte. Angesichts des Erscheinens der nunmehr 10. Auflage kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass dieses Hybrid-Konzept sich
erfolgreich durchgesetzt hat.
Der Studienkommentar enthält alle Normen des BGB ohne diese jedoch flächendeckend zu kommentieren. Hierin liegt der wichtigste Unterschied zu einem klassischen
BGB-Kommentar. Es werden bewusst nicht alle Normen erläutert, sondern nur die zentralen Vorschriften. Diese bewusste Beschränkung stellt sicher, dass dem Leser die Grundzüge
des Zivilrechts sicher vermittelt werden. Entsprechend der Schwerpunktsetzung in der Ausbildung werden die Bereiche Familien- und Erbrecht knapp gehalten, da in allen
Bundesländern hier nur Kenntnisse der Grundzüge erwartet werden. Besonders hervorzuheben ist, dass der Studienkommentar, anders als der klassische Kommentar, sich in seinen
Ausführungen nicht an der Reihenfolge der Nennung der Tatbestandsvoraussetzungen in Gesetzeswortlaut orientiert, sondern vielmehr an der Prüfungsreihenfolge der Klausur.
Zentrale Definitionen, deren exakte Memorierung ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Klausur ist, werden regelmäßig besonders herausgehoben. Die Brücke zum Lehrbuch
schlägt der Studienkommentar in den skizzenhaften Übersichten, welche in den Vorbemerkungen zu den einzelnen Abschnitten und Titeln des BGB platziert sind und die
systematischen Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den einzelnen Regelungskomplexen deutlich machen.
Gesamteindruck:
Der Studienkommentar BGB ist mit seinen etwas über 1.100 Seiten nicht viel dicker als ein durchschnittliches Lehrbuch und damit ein handlicher Begleiter in der Vorlesung,
der privaten Arbeitsgemeinschaft oder bei der häuslichen Nacharbeit. Aufgrund der gelungenen Schwerpunktsetzung kann er Studenten und Referendaren zu gezielten
Klausurvorbereitung im Bereich des Zivilrechtes wärmstens empfohlen werden.
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